Was waren die Impulse zu meinem Engagement als "Kopist"?
Ich, Wolfgang Hochstrate, Pfarrer i.R., wurde geboren am 143. Geburtstag von Felix Mendelssohn-Bartholdy als 9. Kind einer Tischlerfamilie in Haina bei Römhild (Grabfeld). Als eifriger Konfirmand habe ich im Gottesdienst mit dem Gesangbuch das Blattsingen gelernt (Faszination Gesangbuch!).
Im Jahr 1970 machte ich das Abitur in Wernigerode in den Spezialklassen für Musikerziehung. Der Chor der Gerhart-Hauptmann-Oberschule unter Friedrich Krell wurde ein Jahr später umbenannt in "Rundfunkjugendchor Wernigerode". Verbunden mit dem Abitur war der Abschluss als "Staatlich geprüfter Chorleiter".
Von 1973 bis 1978 studierte ich in Leipzig an der Karl-Marx-Universität Theologie. Im Universitätschor unter Hans-Joachim Rotzsch lernte ich meine Frau Claudia kennen. Am 13. Oktober 1973 wurden wir in der Thomaskirche am Grab von Johann Sebastian Bach getraut, und der Universitätschor sang dazu die Motette "Der Geist hilft unser Schwachheit auf." Bei dem Kantor Gottfried Burkhardt bekam ich Orgelunterricht und konnte in der Johannisgemeinde als Organist mein studentisches Taschengeld aufbessern.
Als Pfarrer in verschiedenen kleinen Landgemeinden hatte ich selten örtliche Organisten und musste oft zwischen Altar/Lesepult und Orgel/Harmonium hin- und herwechseln. Wenn ich Kirchenchöre leitete, war ich schon früh bemüht, technische Hilfsmittel (Sequenzer) für die Einstudierung anspruchsvoller Chormusik zu finden.
Nach meiner Ruhestandsversetzung im August 2016 zogen wir in das Elternhaus meiner Frau in Gerstungen (OT Untersuhl), Nähe Eisenach. 2017 meldeten wir uns im Bachchor Eisenach an, und schon bald fertigte ich für große Chorwerke Einstudierungshilfen mit Hilfe von "Capella" an. Als KMD Christian Stötzner einmal sagte "Wir haben jetzt in unserem Chor einen Kopisten", machte ich mir diesen Begriff "Kopist" zum Markenzeichen im Internet, besonders bei Youtube. Viele meiner Einstudierungshilfen sind auch als Bitten von außen an mich herangetragen worden. Auf der anderen Seite habe ich immer wieder Lust auf eigene musikalische Experimente.
Übrigens: Seit 2018 habe ich bei meinen Einstudierungshilfen viel "Lehrgeld" bezahlt im Blick auf Notengröße, Klangfarben usw. Vieles davon möchte ich am liebsten neu produzieren. Mit meiner Kantate "Alles nur nach Gottes Willen BWV 72", aufgeführt vor wenigen Tagen am 1. Februar, glaube ich, einen Standard erreicht zu haben, den ich beibehalten will. Hier im "Kopistwerkverzeichnis" finden sich nur Links. Physikalisch befinden sich die Dateien auf anderen Webseiten, die ich noch auf den Startseiten überarbeiten muss.
Alle meine Einstudierungshilfen sind gemeinfrei und können beliebig heruntergeladen und genutzt werden. Ich bekomme von der EKD eine gute Pension und möchte da gerne ehrenamtlich etwas an die musizierende Öffentlichkeit zurückgeben.
Untersuhl, am 4. Februar 2026